Züchter-Auswahl

Es gibt neben den seriösen Züchtern leider auch schwarze Schafe, so genannte Vermehrer. Daher sollte man auf folgende Punkte bei der Auswahl eines seriosen Züchters unbedingt achten:

Allgemein

  • Züchter wirkt offen und beantwortet Fragen bereitwillig
  • Züchter zeigt bereitwillig alle Volieren und Zuchträume – nicht nur die Abgabetiere

Haltung und Ausstattung

  • sauberer, gut belüfteter Zuchtraum
  • saubere Zuchtboxen
  • ausreichend Tageslicht und frische Luft
  • angemessene Temperatur
  • artgerechte Einrichtung, Nistkästen, Äste, Einstreu
  • außerhalb der Zuchträume Naturäste und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • keine übermäßig großen Tierbestände

Umgang mit den Tieren

  • keine Unruhe, wenn der Züchter den Zuchtraum betritt
  • Züchter kennen ihre Tiere, Alter, Herkunft und Verhalten
  • ruhiger, routinierter Umgang, kein hektisches Einfangen

Gesundheitszustand

  • klare Augen
  • gleichmäßiges, vollständiges Gefieder
  • saubere Kloaken
  • keine auffällig untergewichtigen Tiere
  • keine Atemgeräusche
  • keine sichtbaren Verletzungen
  • keine sonstigen Auffälligkeiten

Futter und Hygiene

  • hochwertiges Futter, frisches Obst und/oder Gemüse/Grünfutter
  • saubere, regelmäßig gereinigte Näpfe und Sitzstangen

Zuchtpraxis

  • keine ganzjährige Brutaktivität, je nach Art max. 2 oder 3 Bruten
  • überschaubare Anzahl von Brutpaaren/Brutboxen
  • keine Qualzuchten
  • Abgabe nur von entsprechend alten, futterfesten Jungvögeln

Dokumentation

  • geschlossene Ringe oder andere eindeutige Kennzeichnung
  • klare Angaben zu Alter, Geschlecht
  • ggf. notwendige Herkunftsnachweise

Zusätzlich zwingend bei eigener Zuchtplanung

  • Angaben zu vorhandener Verwandtschaft der Vögel untereinander (Inzucht ausschließen)
  • Angaben zu den Elterntieren
  • Angaben zu Spalterbigkeit

Wohnungshaltung

Viele Halter unterschätzen den Platzbedarf von Kleinsittichen wie Wellensittichen, Grassittichen oder Bourkesittichen.

Diese aktiven, flugfreudigen Vögel sind keinesfalls für kleine Käfige geeignet. Wer sie in der Wohnung hält, muss ihnen ausreichend Raum und tägliche Bewegung bieten – sonst drohen Verhaltensstörungen und Gesundheitsprobleme.

Artgerechte Wohnungshaltung in Zimmervolieren

Kleinsittiche gehören in Zimmervolieren, nicht in Käfige. Nur dort haben sie genug Platz zum Fliegen, Klettern und zur sozialen Interaktion. Für eine paarweise Haltung gelten folgende Mindestanforderungen:

  • – Länge: 1,0 Meter
  • – Höhe: 0,5 Meter
  • – Breite: 0,5 Meter

Diese Maße dürfen nicht unterschritten werden!

Für jedes weitere Sittichpaar muss die Grundfläche um 50 % vergrößert werden. Nur so bleibt genug Raum für Rückzugsorte, Bewegung und friedliches Zusammenleben.

Täglicher Freiflug ist Pflicht

Selbst die vorgenannten Abmessungen oder sogar eine großzügigere Voliere ersetzen keinen Freiflug.

Auch Kleinsittiche brauchen täglich mehrere Stunden Freiflug in einem sicheren Raum. Dabei trainieren sie ihre Flugmuskulatur, stärken den Kreislauf und bauen Stress ab. Wer seine Vögel liebt, lässt sie regelmäßig fliegen – jeden Tag!

Warum Platz so entscheidend ist

Arten wie Wellensittiche, Bourkesittiche und Grassittiche sind von Natur aus Vielflieger, die in der freien Wildbahn täglich große Distanzen zurücklegen.

Kleine Käfige verhindern nicht nur Bewegung, sondern führen auch schnell zu Langeweile, Aggression, Übergewicht und Federrupfen.

Eine ausreichend große Voliere mit strukturierter Einrichtung, unterschiedlichen Naturästen mit unterschiedlicher Einstreu sowie Klettermöglichkeiten – letzteres insbesondere für Wellensittiche – ist daher essenziell.

Ebenso wenig dürfen Möglichkeiten zum Verstecken fehlen, hier bieten sich z. B. Korkröhren an, die zusätzlich die Gelegenheit zum Nagen bieten.

Weiteres zum Thema Naturäste etc. findet sich in der Kategorie Bastelmaterial aus der Natur.

Notfallrücklage

Warum man für Sittiche – und natürlich auch Papageien – eine Notfallrücklage anlegen sollte.

Notwendigkeit der Rücklage für Tierarztkosten

Sittiche und Papageien sind faszinierende Haustiere, aber ihre medizinische Versorgung kann teuer werden. Seit der Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 haben sich viele Behandlungskosten deutlich gesteigert.

Eine Operation bei einem Wellensittich kostet schnell über 200 €, und ein mehrtägiger Aufenthalt in einer Tierklinik kann leicht mehrere Hundert Euro verschlingen.

Wer keine Rücklagen gebildet hat, steht im Ernstfall vor einer unangenehmen finanziellen Belastung – oder muss Entscheidungen treffen, die man später bereut.

Tierversicherung?

Es gibt zwar Tierversicherungen für Vögel, aber sie sind meist teuer und lückenhaft.

Wer mehrere Vögel hält, zahlt schnell hohe monatliche Beiträge, die sich auf Dauer kaum rechtfertigen lassen.

Deshalb entscheiden sich viele Halter bewusst gegen eine Versicherung und bauen stattdessen eine eigene finanzielle Reserve auf.

Persönliche Rücklage

Eine private Rücklage ist die vernünftigste Lösung, um unerwartete Tierarztkosten abzufangen.

Einrichtung der Notfallrücklage

Meine Empfehlung – diese habe ich auch selbst so umgesetzt:

  • je Sittich 10 € pro Monat
  • mindestens jedoch 25 € monatlich

Nach vier Jahren ergibt das eine solide Summe und – solange man in den 4 Jahren nicht darauf zurückgreifen musste.

Danach sollte man die Regel noch min. weitere 4 Jahre beibehalten. Anschließend kann man dann die monatliche Summe – wenn notwendig bzw. gewünscht – reduzieren.

Wichtig ist, dass Entnahmen aus dieser Notfallrücklage – insbesondere während der ersten Jahre – wieder ausgeglichen werden.

Ebenso relevant: das Geld sollte auf einem separaten Konto liegen, auf das man im Alltag nicht zugreift.

Verwendung nur für echte Notfälle

Die Rücklage dient ausschließlich für Notfälle, etwa bei:

  • plötzliche, schwere Erkrankung
  • Operation
  • Klinikaufenthalt

Normale Tierarztbesuche, Kotproben oder Nachkontrollen sollten weiterhin aus Deinem monatlichen Haushaltsbudget bezahlt werden. So bleibt der Notfallfonds unberührt und kann wachsen.

Keine Entnahmen

Wenn über Jahre nichts aus der Rücklage entnommen werden musste, kann man – wie schon oben geschrieben – ggf. den monatlichen Betrag reduzieren.

Wichtig ist aber, die Rücklage weiter aktiv zu halten und weiterhin regelmäßig kleinere Beträge einzuzahlen. Denn nur so bleibt der Schutz langfristig bestehen.

Gefahren bei der Wohnungshaltung

Die Wohnungshaltung von Sittichen und Papageien bietet einige Gefahrenquellen. Anbei sind die wichtigsten aufgezählt – ohne Gewähr für Vollständigkeit!

Allgemeine Gefahrenquellen

Zimmerpflanzen
– Vergiftungsgefahr, auch durch für Menschen ungiftige Pflanzen (bitte selbst überprüfen,
z. B. bei der Uni Zürich)
Lufterfrischer, Raumsprays
– Vergiftung durch toxische Dämpfe
Andere Haustiere (Katzen, Hunde)
– Angriffsgefahr
– Lebensgefahr durch Bakterienübertragung über Zähne
Fenster und Spiegel
– Aufprallgefahr, denn sie werden nicht als Hindernis erkannt
Offene Fenster und (Wohnungs-)Türen
– Gefahr des Entfliegens
Ventilatoren
– Verletzungsgefahr durch rotierende Flügel
Klebefallen (z. B. für Insekten)
– Festkleben mit Todesfolge
Zigarettenrauch/E-Zigaretten
– Vergiftungsgefahr durch Nikotin und Dämpfe
Kerzen
– Verbrennungs- bzw. Brandgefahr
Gardinen
– Vergiftung durch Bleibeschwerung
– Strangulationsgefahr durch Hängenbleiben
Kabel
– Stromschlag- bzw. Brandgefahr durch Anknabbern
Plastikbeutel und Verpackungen
– Erstickungsgefahr

Küche

Teflon (PTFE)-Beschichtungen
– z. B. alle PTFE-beschichteten Kochutensilien: Pfannen, Raclette-Platten, Backformen, Waffeleisen etc.
– Dämpfe bei Überhitzung sind in geringsten Mengen tödlich!
Giftige Lebensmittel, auch durch für Menschen geeignete wie z. B.
– Avocado, Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Alkohol
– Obstkerne (z. B. Apfel, Birne, Kirsche)
Heiße Oberflächen
– Verbrennungsgefahr
Heißes Wasser/Dampf (Wasserkocher, Töpfe)
– Verbrühungsgefahr
Reinigungsmittel
– Vergiftung beim Verschlucken
– Dämpfe können Atemwege schädigen

Bad

Kosmetika, Haarspray, Parfum
– Vergiftungsgefahr beim Einatmen oder Verschlucken
Offenes Wasser
– Ertrinkungsgefahr
Reinigungsmittel
– Vergiftungsgefahr beim Verschlucken
– Dämpfe können Atemwege schädigen
Bleimittel und Schimmelentferner
– Vergiftung, auch durch kleinste Mengen

Geeignete Materialien

Folgende Werkstoffe sind für Sittiche – und auch Papageien – sehr gut geeignet und nicht gesundheitsschädlich.

Edelstahl

Der einzige wirklich sichere Werkstoff für Käfige, Volieren, Näpfe, Halterungen etc. ist Edelstahl, denn er ist

  • Ungiftig und frei von Schwermetallen
  • Rostfrei und beständig gegen Feuchtigkeit
  • Hygienisch und leicht zu reinigen
  • Langlebig, selbst bei täglicher Nutzung

Glasierte Ton- oder Keramiknäpfe

Für Futternäpfe oder Badeschalen können alternativ auch glasierte Ton- oder Keramiknäpfe verwendet werden.

Voraussetzung ist, dass die Glasur bleifrei und lebensmittelecht ist.

Ungeeignete Materialien

Käfige, Volieren, Näpfe oder Halterungen aus verzinktem Metall sowie mit Zink- oder Messingbeschichtungen für Sittiche – und insbesondere auch Papageien wegen der höheren Beißkraft nicht geeigent.

Beschichtungen

Durch das Benagen können sich kleinere Bestandteile der Beschichtung lösen, werden dann von den Sittichen und Papageien verschluckt und reichern sich im Körper an.

Zink

Bei Zink handelt es ich um ein gefährliches Material, insbesondere verzinkte Käfige oder Gitter sind gefährlich.

Blei

Ein weiteres gefährliches Schwermetall ist Blei. Dies findet sich z. B. in Beschwerungsbändern von Gardinen und in Lötstellen.

Kupfer und Messing

Auch Kupfer oder Messing – z. B. als Beschichtung – können Schwermetallvergiftungen verursachen.

Pulverbeschichtungen oder Lackierungen

Pulverbeschichtete oder lackierte Käfige oder Volieren sind keine sichere Alternative. Abplatzende Beschichtungen oder minderwertige Legierungen setzen ebenfalls Schwermetalle frei.

Bleiglasuren

Ebenfalls ungeeignet sind Ton- oder Keramikgefäße als Trink- oder Badegefäße mit einer nicht-lebensmittelechten bzw. bleihaltigen Glasur.

Schwermetallvergiftung

Zink, Blei, Kupfer und Messing können schwere Schwermetallvergiftungen auslösen. Der Nachweis gelingt nur durch eine Blut- und /oder Röntgenuntersuchung beim vogelkundigen Tierarzt. Ohne – in akuten Fällen – schnelle Behandlung endet eine Schwermetallvergiftung meist tödlich.

Symptome einer Schwermetallvergiftung

können u. a. sein:

  • ständiger Durst
  • Lustlosigkeit
  • Schwäche
  • Zittern
  • Verlust koordinierter Bewegungen
  • Krampfanfälle

2. Treffen des Sittich-Treff Hannover

Nach dem ersten Treffen in kleiner, feiner Runde steht nun auch der Termin für das nächste Treffen des „Sittich-Treff Hannover“ fest.

Dieser findet statt am Samstag, 13.12., um 15.00 Uhr.

Der genaue Ort – gut mit Öffis und dem Auto zu erreichen – wird den Teilnehmern rechtzeitig vor dem Termin direkt mitgeteilt.

Bei Interesse bitte einfach über das Kontaktformular melden.

Hirseparadies Grüner Pfad

Unter dem Namen HirseParadies – auch bekannt als Grüner Pfad in Egloffswinden (bei Ansbach/Mittelfranken) bauen die Familien Heubeck/Schellenberger seit 2003 Vogelfutter in Deutschland an.

Man kann dort diverse Hirsesorten und -mischungen sowie anderes Vogelfutter beziehen.

Während der entsprechenden Zeit (August/September) kann man dort auch halbreife Rispen- und Kolbenhirse kaufen.

Des Weiteren ist auch eine Selbsternte von den diversen Hirsesorten vor Ort möglich. Ich selbst war schon mehrfach dort und habe selbst geerntet.

Anbei Fotos von den Feldern sowie der Ernte.

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