April – Ernährung im Fokus


Im April lag der Schwerpunkt auf „Ernährung“. Die Unterkategorien wurden reorganisiert, und es wurden neue Beiträge zu Futter, Fütterungstipps und artgerechter Ernährung veröffentlicht.

Aufbauend auf diesem Wissen setze ich die Serie im nächsten Monat mit Beiträgen zum Thema „Haltung und Umgang„ fort, um zu zeigen, wie gesunde Ernährung und artgerechte Pflege zusammenwirken und das Wohlbefinden der Tiere sichern.

Gesunde Ernährung für Sittiche – Gemüse, Obst und Kräuter im Überblick

Die richtige Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden Deiner Sittiche. Neben hochwertigen Körnermischungen spielen frisches Gemüse, Obst und Kräuter eine zentrale Rolle. Damit Deine Vögel optimal versorgt sind, haben wir die wichtigsten Futtergruppen in vier ausführlichen Beiträgen für Dich zusammengefasst:

  • Gemüse – Frische, vitaminreiche Sorten für eine ausgewogene Ernährung
  • Obst – Welche Früchte Du Deinen Sittiche unbedenklich anbieten kannst
  • Küchenkräuter – Aromatische Kräuter aus Deiner Küche, die gesund und sicher sind
  • Wildbeeren – Natürliche Früchte für gesunden Genuss
  • Wildkräuter – Natürliche Kräuter und Gräser aus Wiese & Garten für tägliche oder gelegentliche Fütterung

Verbotene Lebensmittel für Sittiche

Gemüse, Obst und Kräuter, die Du meiden solltest

Nicht alles, was wir Menschen essen, ist auch für Sittiche geeignet. Einige Gemüse-, Obst- oder Kräuterarten sowie Samen können schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen – von Verdauungsstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen.

In diesem Beitrag erfährst Du, welche Lebensmittel absolut tabu sind, warum sie gefährlich sind und wie Du Deine Sittiche sicher ernähren kannst. Die Übersicht ist alphabetisch sortiert und nach Kategorien gegliedert, damit Du schnell nachschlagen kannst.

Gemüse, das nicht gefüttert werden darf

  • Avocado – enthält Persin, stark giftig für Vögel, kann Herz und Lunge schädigen
  • Kartoffeln (roh) & Kartoffelgrün – enthalten Solanin, giftig und schwer verdaulich
  • Knoblauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen
  • Lauch / Zwiebeln – kann zu Blutarmut und Verdauungsproblemen führen
  • Rhabarber (Blätter) – enthalten Oxalsäure, die Nieren und Kreislauf schädigt

Obst, das nicht gefüttert werden darf

  • Aprikosenkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Bittermandeln – enthalten Cyanid, giftig
  • Kirschenkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Pfirsichkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Pflaumenkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Trauben (in großen Mengen) – sehr hoher Zucker, kann zu Übergewicht und Verdauungsproblemen führen
  • Unreife Früchte mit hohem Säuregehalt – können Magen/Darm reizen

Küchenkräuter, die nicht gefüttert werden dürfen

  • Petersilie (in großen Mengen) – Oxalate, kann Nieren belasten
  • Schnittlauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen

Wildkräuter / Pflanzen aus der Natur, die verboten sind

  • Bärlauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen
  • Blauregen – Samen und Blätter giftig
  • Eibe – alle Pflanzenteile und Beeren hochgiftig
  • Efeu – alle Pflanzenteile und Beeren giftig
  • Jakobskreuzkraut – giftig, Leberschäden
  • Stechapfel – alle Pflanzenteile giftig
  • Tollkirsche – enthält Atropin, stark giftig
  • Wilder Wein – Blätter & Früchte giftig
  • Giftige Farne – einige Arten können Leber oder Nerven schädigen

Samen, die verboten sind

  • Apfelkerne, Birnenkerne, Kirschkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Aprikosenkerne, Pflaumenkerne,Pfirsichkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Lupinen – manche Sorten enthalten Alkaloide, giftig
  • Unbekannte wilde Samen – manche Wildpflanzen produzieren giftige Alkaloide oder Cyanide

Wildbeeren

Viele heimische Wildbeeren sind etwas zuckerärmer als stark gezüchtete Kulturfrüchte, aber Zucker ist bei Sittichen grundsätzlich immer zu begrenzen. Besonders wichtig sind
sichere, saubere Beeren und das Vermeiden giftiger oder belasteter Pflanzen.

Sichere Wildbeeren

  • Eberesche / Vogelbeere – wird explizit als Futterbeere für Sittiche genannt, besonders reife Beeren.
  • Hagebutten (nur das Fruchtfleisch, ohne Kerne) – als wertvolle Winter‑Nahrung, reich an Vitamin.
  • Weißdorn‑Beeren – bei manchen Autoren als „beliebt und vitaminreich“ beschrieben, aber nur in kleinen Mengen wegen Zuckergehalt.

Weitere Wildbeeren

  • Walderdbeeren, Waldhimbeeren, Waldbrombeeren – sind zwar grundsätzlich genießbar, werden aber wegen des Fuchsbandwurm‑Risikos in vielen Futterempfehlungen ausdrücklich nicht empfohlen, um Krankheitsrisiken für Mensch und Vogel zu vermeiden.

Wildkräuter

Können täglich angeboten werden. Beim Sammeln darauf achten, dass nie von stark belasteten Flächen, Straßenrändern oder Hundegassi-Plätzen gesammelt wird. Vor dem Verfüttern immer gründlich waschen.

  • Breitwegerich
  • Brennnessel (nur junge, frische Blätter)
  • Gänseblümchen
  • Hirtentäschel
  • Klee (Rot- und Weißklee)
  • Löwenzahn (Blätter, Blüten, Stängel)
  • Ringelblume
  • Schafgarbe (in Maßen)
  • Spitzwegerich
  • Vogelknöterich
  • Vogelmiere
  • Wiesensauerampfer (in Maßen, enthält Oxalsäure)
  • Wildgräser (z. B. Wiesenfuchsschwanz, Lieschgras, Glatthafer)

Küchenkräuter

Gut verträglich, können öfters angeboten werden

  • Dill
  • Kamille (auch als Tee für kranke Tiere geeignet)
  • Koriander
  • Petersilie (harntreibend, nur in kleinen Mengen; nicht bei Nierenerkrankungen)

Maximal 1-2x pro Woche wegen der ätherischen Öle

  • Basilikum
  • Oregano
  • Minze / Pfefferminze (in Maßen)
  • Thymian (in Maßen)

Nur gelegentlich und in sehr kleinen Mengen

  • Salbei (starke ätherische Öle)

Obst

Kann regelmäßig 2–3x die Woche gegeben werden

  • Apfel (ohne Kerne)
  • Aprikose (ohne Stein)
  • Birne
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Mango (reif, in kleinen Mengen)
  • Melone (z. B. Wassermelone, Honigmelone)
  • Mirabelle / Zwetschge (ohne Stein, nur reif)
  • Pfirsich / Nektarine (ohne Stein)

Nur gelegentlich (wegen hohem Zucker- und/oder Säuregehalt)

  • Ananas (säurehaltig)
  • Banane (sehr energiereich, Weichobst – Vorsicht, kann Nasenlöcher verkleben)
  • Feige (frisch, nicht getrocknet)
  • Granatapfel
  • Kirsche (ohne Stein, hoher Fruchtzuckergehalt → kann Durchfall verursachen)
  • Kiwi
  • Mandarine / Orange (milde Sorten, Häutchen entfernen)
  • Papaya
  • Pflaumen (schwer verdaulich, nur reif und in sehr kleinen Mengen)
  • Sharon / Kaki (nur vollreif, sehr selten)
  • Trauben (kernlos oder entkernt)

Gemüse

Täglich möglich

  • Aubergine (reif, ohne grüne Teile)
  • Blattsalate (Feldsalat, Rucola, diverse Bio-Salate)
  • Brokkoli, Blumenkohl
  • Chicorée (kein Kohl, sondern Korbblütler – gut verträglich)
  • Gurke (Salat- oder Schlangengurke)
  • Karotte / Möhre (groß beliebt, geraspelt oder klein)
  • Kohlrabi (roh, geschält)
  • Möhrengrün (nur wenn ungespritzt)
  • Paprika (je nach Sittich werden ggf. rote, grüne oder gelbe bevorzugt)
  • Rettich
  • Zucchini

Nur gelegentlich (in Maßen geben)

  • Chinakohl (botanisch ein Kohlgemüse, aber verträglicher als andere Kohlsorten)
  • Fenchel (enthält Anisöl – bei zu häufiger Gabe verdauungsbelastend)
  • Kürbis (Hokkaido o.ä.)
  • Mais (nur junge, milchige Körner, roh)
  • Radieschen (klein, nur zusätzlich)
  • Rote Beete (kleine Mengen)
  • Sellerie (Stangensellerie, geringer Nährwert)
  • Spinat (junge, frische Blätter, nicht zu viel wegen Oxalaten)

Januar/Februar/März – Gesundheit im Fokus

Im Januar, Februar und März lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Gesundheit“. In diesem Zuge wurde auch eine kleinere Umstrukturierung vorgenommen:

  • Die bisherige Kategorie „Anschaffung“ wurde in „Anschaffung & Vermittlung“ umbenannt.
  • In den Kategorien „Ernährung“ und „Haltung“ wurden weitere Unterkategorien eingerichtet (teilweise noch ohne Inhalte, diese folgen).
  • Neu hinzugekommen ist die Kategorie „Tierschutz“, in die auch die Unterkategorie „Einzelhaltung“ verschoben wurde.
  • Die Kategorie „Diverses“ wurde aufgelöst; ihre Beiträge sind nun den thematisch passenden Bereichen zugeordnet.

Gleichzeitig wurden innerhalb der Kategorie „Gesundheit“ mehrere neue Unterkategorien ergänzt, in denen Beiträge zu häufigen Erkrankungen veröffentlicht wurden.

Mit der Kategorie „Gesundheit“ haben wir die Basis geschaffen und Inhalte zu häufigen Erkrankungen systematisch aufbereitet. Aufbauend darauf richtet sich der Blick nun auf das nächste zentrale Thema: „Ernährung“.

PBFD und APV – Was bei positivem Befund zu tun ist

Ein positiver Befund auf Cirkoviren (PBFD) und Polyomaviren (APV). ist für Halter und Vermittler immer ein wichtiger Moment. Ab diesem Punkt geht es vor allem darum, den betroffenen Vogel verantwortungsvoll zu schützen und eine mögliche Weiterverbreitung der Erreger zu vermeiden.

Was nach dem Befund wichtig ist

Wird ein Vogel positiv auf PBFD oder APV getestet, sollte er nicht in einen gesunden Bestand aufgenommen werden. Stattdessen braucht es eine Haltung, die auf Trennung, Sicherheit und Rücksichtnahme ausgerichtet ist. So wird verhindert, dass gesunde Vögel unnötig gefährdet werden.

Keine Aufnahme in gesunde Bestände

Ein positiver Befund bedeutet, dass der Vogel nicht einfach zu bestehenden gesunden Sittichen gesetzt werden sollte. Auch wenn der Vogel äußerlich unauffällig wirkt, kann ein Übertragungsrisiko bestehen. Besonders bei Neuaufnahmen und Abgabevögeln ist deshalb eine klare Entscheidung nötig.

Unterbringung in einem betroffenen Schwarm

Wenn bereits ein infizierter Bestand vorhanden ist, kann die Unterbringung in einem bestehenden betroffenen Schwarm sinnvoll sein. Das ist oft die tierschutzgerechtere Lösung als eine vollständige Isolation von Artgenossen. Entscheidend ist dabei immer, dass die Tiere nicht mit gesunden Beständen in Kontakt kommen.

Hygiene und getrennte Haltung

Im Alltag sind konsequente Hygienemaßnahmen wichtig. Dazu gehören getrennte Näpfe, getrennte Reinigungsutensilien und nach Möglichkeit auch getrennte Kleidung bei der Versorgung. So lassen sich indirekte Übertragungswege möglichst gut unterbrechen.

Vermittlung mit Verantwortung

Eine Vermittlung betroffener Tiere sollte nur erfolgen, wenn die neuen Halter vollständig aufgeklärt sind und die Bedingungen für eine getrennte Haltung sicher erfüllen können. Ehrlichkeit und Transparenz sind hier unverzichtbar. Nur so lässt sich verhindern, dass infizierte Tiere unbewusst in gesunde Bestände gelangen.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner