Die Zusammenführung von Sittichen erfordert Geduld und sorgfältige Beobachtung. Auch friedliche Vögel müssen sich erst aneinander gewöhnen und eine Rangordnung klären.
Warum Vergesellschaftung wichtig ist
- Sittiche sind Schwarmvögel und benötigen Artgenossen für ein artgerechtes Leben.
- Einzelhaltung ist nicht tiergerecht – ein Mensch kann keinen Vogelpartner ersetzen.
- Nach dem Tod eines Partners muss zeitnah ein neuer Gefährte gefunden werden.
Voraussetzungen für erfolgreiche Vergesellschaftung
- Quarantäne abgeschlossen: Neuzugang muss 14 Tage separiert worden sein.
- Gesundheitscheck: Negative Befunde der Eingangsuntersuchung liegen vor.
- Beide Vögel gesund: Keine akuten Erkrankungen oder Verletzungen.
- Ausreichend Platz: Genug Raum, Futter- und Sitzplätze für alle Vögel.
Grundregeln der Zusammenführung
- Alteingesessener Vogel betrachtet Käfig als sein Revier – Neuling wird zunächst als Eindringling gesehen.
- Besitzdenken bei Futter, Spielzeug und Lieblingsplätzen ist normal.
- Mit Streitigkeiten in der Anfangsphase rechnen – gehört zur Klärung der Rangordnung.
- Großzügige Voliere: In großen Volieren mit viel Platz ist Vergesellschaftung meist problemloser.
Schrittweise Annäherung
- Käfige nebeneinander stellen: Beide Vögel können sich aus sicherer Entfernung kennenlernen.
- Sichtkontakt ermöglichen: Vögel sehen und hören sich, können aber nicht aufeinander los.
- Gemeinsamer Freiflug: Nach einigen Tagen beide gleichzeitig fliegen lassen.
- Beobachten, wie sie miteinander umgehen – bei friedlichem Verhalten Kontakt intensivieren.
- Zusammensetzen: Wenn beide entspannt wirken, können sie in einen gemeinsamen Käfig (idealerweise neutral, nicht der alte Käfig).
Wichtige Beobachtungspunkte
- Normale Rangordnungsklärung: Leichtes Drohen, Schnabelgefechte, kurzes Jagen.
- Positiv: Gemeinsames Fressen, Putzen, Spielen, Sitzen nebeneinander.
- Kritisch: Dauerhaftes Jagen, Verletzen, Verhindern der Nahrungsaufnahme.
Bei Problemen eingreifen
- Wenn ein Vogel dauerhaft gejagt wird: Vögel wieder trennen.
- Wenn Nahrungsaufnahme verhindert wird: Zweite Futterstelle einrichten oder Vögel trennen.
- Bei ernsthaften Verletzungen: Sofort trennen und Tierarzt aufsuchen.
- Nach Trennung einige Tage warten, dann erneut versuchen – manchmal klappt es beim zweiten Anlauf.
Zusätzliche Maßnahmen
- Mehrere Futterstellen: Verhindert Futterneid und Streit.
- Ausreichend Sitzstangen: Jeder Vogel braucht Rückzugsmöglichkeiten.
- Neutrales Terrain: Bei Zusammenführung idealerweise neuen oder umgeräumten Käfig nutzen.
- Ablenkung: Frisches Futter, Spielzeug und Kolbenhirse lenken von Streitigkeiten ab.
Zeitrahmen
- Erste Annäherung: Wenige Tage bis eine Woche.
- Vollständige Gewöhnung: Kann mehrere Wochen dauern.
- Jedes Vogelpaar ist unterschiedlich – Geduld ist entscheidend.
Besonderheiten bei zahmen Vögeln
- Sehr zahme Vögel können eifersüchtig auf Neuzugang reagieren.
- Alteingesessener kann Mensch als Partner betrachten – Neuzugang wird als Konkurrent gesehen.
- In solchen Fällen: Beide Vögel gleich behandeln, keinen bevorzugen.
Wichtige Grundregel
- Nicht eingreifen, solange keine ernsthafte Gefahr besteht.
- Leichte Streitigkeiten gehören zur normalen Vergesellschaftung.
- Vögel müssen ihre Rangordnung selbst klären können.
- Mit Beobachtung, Geduld und Einfühlungsvermögen klappt die Zusammenführung in den meisten Fällen.