Gesunde Ernährung für Sittiche – Gemüse, Obst und Kräuter im Überblick

Die richtige Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden Deiner Sittiche. Neben hochwertigen Körnermischungen spielen frisches Gemüse, Obst und Kräuter eine zentrale Rolle. Damit Deine Vögel optimal versorgt sind, haben wir die wichtigsten Futtergruppen in vier ausführlichen Beiträgen für Dich zusammengefasst:

  • Gemüse – Frische, vitaminreiche Sorten für eine ausgewogene Ernährung
  • Obst – Welche Früchte Du Deinen Sittiche unbedenklich anbieten kannst
  • Küchenkräuter – Aromatische Kräuter aus Deiner Küche, die gesund und sicher sind
  • Wildbeeren – Natürliche Früchte für gesunden Genuss
  • Wildkräuter – Natürliche Kräuter und Gräser aus Wiese & Garten für tägliche oder gelegentliche Fütterung

Verbotene Lebensmittel für Sittiche

Gemüse, Obst und Kräuter, die Du meiden solltest

Nicht alles, was wir Menschen essen, ist auch für Sittiche geeignet. Einige Gemüse-, Obst- oder Kräuterarten sowie Samen können schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen – von Verdauungsstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen.

In diesem Beitrag erfährst Du, welche Lebensmittel absolut tabu sind, warum sie gefährlich sind und wie Du Deine Sittiche sicher ernähren kannst. Die Übersicht ist alphabetisch sortiert und nach Kategorien gegliedert, damit Du schnell nachschlagen kannst.

Gemüse, das nicht gefüttert werden darf

  • Avocado – enthält Persin, stark giftig für Vögel, kann Herz und Lunge schädigen
  • Kartoffeln (roh) & Kartoffelgrün – enthalten Solanin, giftig und schwer verdaulich
  • Knoblauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen
  • Lauch / Zwiebeln – kann zu Blutarmut und Verdauungsproblemen führen
  • Rhabarber (Blätter) – enthalten Oxalsäure, die Nieren und Kreislauf schädigt

Obst, das nicht gefüttert werden darf

  • Aprikosenkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Bittermandeln – enthalten Cyanid, giftig
  • Kirschenkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Pfirsichkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Pflaumenkerne – enthalten Cyanid, giftig
  • Trauben (in großen Mengen) – sehr hoher Zucker, kann zu Übergewicht und Verdauungsproblemen führen
  • Unreife Früchte mit hohem Säuregehalt – können Magen/Darm reizen

Küchenkräuter, die nicht gefüttert werden dürfen

  • Petersilie (in großen Mengen) – Oxalate, kann Nieren belasten
  • Schnittlauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen

Wildkräuter / Pflanzen aus der Natur, die verboten sind

  • Bärlauch – kann Blutwerte stören und Verdauung reizen
  • Blauregen – Samen und Blätter giftig
  • Eibe – alle Pflanzenteile und Beeren hochgiftig
  • Efeu – alle Pflanzenteile und Beeren giftig
  • Jakobskreuzkraut – giftig, Leberschäden
  • Stechapfel – alle Pflanzenteile giftig
  • Tollkirsche – enthält Atropin, stark giftig
  • Wilder Wein – Blätter & Früchte giftig
  • Giftige Farne – einige Arten können Leber oder Nerven schädigen

Samen, die verboten sind

  • Apfelkerne, Birnenkerne, Kirschkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Aprikosenkerne, Pflaumenkerne,Pfirsichkerne – enthalten Cyanid, hochgiftig
  • Lupinen – manche Sorten enthalten Alkaloide, giftig
  • Unbekannte wilde Samen – manche Wildpflanzen produzieren giftige Alkaloide oder Cyanide

Wildbeeren

Viele heimische Wildbeeren sind etwas zuckerärmer als stark gezüchtete Kulturfrüchte, aber Zucker ist bei Sittichen grundsätzlich immer zu begrenzen. Besonders wichtig sind
sichere, saubere Beeren und das Vermeiden giftiger oder belasteter Pflanzen.

Sichere Wildbeeren

  • Eberesche / Vogelbeere – wird explizit als Futterbeere für Sittiche genannt, besonders reife Beeren.
  • Hagebutten (nur das Fruchtfleisch, ohne Kerne) – als wertvolle Winter‑Nahrung, reich an Vitamin.
  • Weißdorn‑Beeren – bei manchen Autoren als „beliebt und vitaminreich“ beschrieben, aber nur in kleinen Mengen wegen Zuckergehalt.

Weitere Wildbeeren

  • Walderdbeeren, Waldhimbeeren, Waldbrombeeren – sind zwar grundsätzlich genießbar, werden aber wegen des Fuchsbandwurm‑Risikos in vielen Futterempfehlungen ausdrücklich nicht empfohlen, um Krankheitsrisiken für Mensch und Vogel zu vermeiden.

Wildkräuter

Können täglich angeboten werden. Beim Sammeln darauf achten, dass nie von stark belasteten Flächen, Straßenrändern oder Hundegassi-Plätzen gesammelt wird. Vor dem Verfüttern immer gründlich waschen.

  • Breitwegerich
  • Brennnessel (nur junge, frische Blätter)
  • Gänseblümchen
  • Hirtentäschel
  • Klee (Rot- und Weißklee)
  • Löwenzahn (Blätter, Blüten, Stängel)
  • Ringelblume
  • Schafgarbe (in Maßen)
  • Spitzwegerich
  • Vogelknöterich
  • Vogelmiere
  • Wiesensauerampfer (in Maßen, enthält Oxalsäure)
  • Wildgräser (z. B. Wiesenfuchsschwanz, Lieschgras, Glatthafer)

Küchenkräuter

Gut verträglich, können öfters angeboten werden

  • Dill
  • Kamille (auch als Tee für kranke Tiere geeignet)
  • Koriander
  • Petersilie (harntreibend, nur in kleinen Mengen; nicht bei Nierenerkrankungen)

Maximal 1-2x pro Woche wegen der ätherischen Öle

  • Basilikum
  • Oregano
  • Minze / Pfefferminze (in Maßen)
  • Thymian (in Maßen)

Nur gelegentlich und in sehr kleinen Mengen

  • Salbei (starke ätherische Öle)

Obst

Kann regelmäßig 2–3x die Woche gegeben werden

  • Apfel (ohne Kerne)
  • Aprikose (ohne Stein)
  • Birne
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Mango (reif, in kleinen Mengen)
  • Melone (z. B. Wassermelone, Honigmelone)
  • Mirabelle / Zwetschge (ohne Stein, nur reif)
  • Pfirsich / Nektarine (ohne Stein)

Nur gelegentlich (wegen hohem Zucker- und/oder Säuregehalt)

  • Ananas (säurehaltig)
  • Banane (sehr energiereich, Weichobst – Vorsicht, kann Nasenlöcher verkleben)
  • Feige (frisch, nicht getrocknet)
  • Granatapfel
  • Kirsche (ohne Stein, hoher Fruchtzuckergehalt → kann Durchfall verursachen)
  • Kiwi
  • Mandarine / Orange (milde Sorten, Häutchen entfernen)
  • Papaya
  • Pflaumen (schwer verdaulich, nur reif und in sehr kleinen Mengen)
  • Sharon / Kaki (nur vollreif, sehr selten)
  • Trauben (kernlos oder entkernt)

Gemüse

Täglich möglich

  • Aubergine (reif, ohne grüne Teile)
  • Blattsalate (Feldsalat, Rucola, diverse Bio-Salate)
  • Brokkoli, Blumenkohl
  • Chicorée (kein Kohl, sondern Korbblütler – gut verträglich)
  • Gurke (Salat- oder Schlangengurke)
  • Karotte / Möhre (groß beliebt, geraspelt oder klein)
  • Kohlrabi (roh, geschält)
  • Möhrengrün (nur wenn ungespritzt)
  • Paprika (je nach Sittich werden ggf. rote, grüne oder gelbe bevorzugt)
  • Rettich
  • Zucchini

Nur gelegentlich (in Maßen geben)

  • Chinakohl (botanisch ein Kohlgemüse, aber verträglicher als andere Kohlsorten)
  • Fenchel (enthält Anisöl – bei zu häufiger Gabe verdauungsbelastend)
  • Kürbis (Hokkaido o.ä.)
  • Mais (nur junge, milchige Körner, roh)
  • Radieschen (klein, nur zusätzlich)
  • Rote Beete (kleine Mengen)
  • Sellerie (Stangensellerie, geringer Nährwert)
  • Spinat (junge, frische Blätter, nicht zu viel wegen Oxalaten)

Körnermischungen für Grassittiche

Für Neophemen (z. B. Bourkesittiche, Schmucksittiche) ist die Körnermischung oft etwas spezieller angepasst als für Wellensittiche.

Sie benötigen eine Mischung aus kohlenhydratreichen Saaten kombiniert mit fettreicheren Samen, die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren liefern.

Der Hauptanteil besteht aus Kanariensaat und verschiedenen Hirsesorten, die für Energie und leichte Verdaulichkeit sorgen.

Ergänzt wird dies durch Hanf, Leinsamen und gelegentlich kleine Mengen an Wildsamen und Grassamen, welche die natürliche Nahrung nachbilden.

Diese Mischung deckt die Ernährungsbedürfnisse der Neophemen ab und hält sie vital und gesund.

Generell gilt

Die Körner sollten frisch und frei von Schimmel sein, und das Futter möglichst täglich frisch angeboten werden. Die Ergänzung durch frische Pflanzen, Gemüse, Obst und Wasser zur vollständigen Ernährung unverzichtbar.

Beispielhafte Zusammensetzung

  • 40-50% Kanariensaat
  • 30-40% verschiedene Hirsesorten
  • 10-15% Ölsaaten (Hanf, Leinsamen)
  • 5-10% Grassamen und Wildsamen

Falls gewünscht, kann die Zusammensetzung je nach Bedarf oder Saison leicht angepasst werden, z. B. mehr Grünfutter während der Mauser oder besonderer Vitalitätsphasen.

„Unsere Mischung“

Unsere Grundfutter ist die Großsittich Spezial Mischung von der Bird Box. Diese enthält:

  • ca. 20% Kanariensaat
  • ca. 19% verschiedene Hirsesorten
  • ca. 8% Kardisaat
  • ca. 5% Haferkerne
  • ca. 4% Hanf
  • ca. 4% Negersaat
  • ca. 3% Buchweizen
  • ca. 2% Paddyreis
  • ca. 2% Leinsamen
  • ca. 33% Garten- und Unkrautsamen (30 verschiedene Saaten)

Daneben erhalten unsere Sittiche auch immer mal wieder z. B. die Leber- und Nierenkur von Mixerama.

Ebenso kann ich auch den Hirse Mix vom Hirseparadies Grüner Pfad sowie weiteres von dort empfehlen.

Körnermischungen für Wellensittiche

Eine gesunde Körnermischung für Wellensittiche sollte eine ausgewogene Kombination aus verschiedenen kleinen Saaten enthalten, die alle wichtigen Nährstoffe liefern und gleichzeitig kalorienarm bleiben.

Der Hauptanteil besteht aus Kanariensaat und verschiedenen Hirsesorten, die für Energie und leichte Verdaulichkeit sorgen. Ergänzt wird dies durch Hanf, Leinsamen und gelegentlich kleine Mengen an Wildsamen und Grassamen, welche die natürliche Nahrung nachbilden.

Der Hauptbestandteil sind meist verschiedene Hirsesorten (z. B. Silberhirse, Senegalhirse, Japanhirse), die gut verdaulich sind und Energie liefern. Ergänzt wird die Mischung durch Kanariensaat (auch Glanzsaat genannt), die mit hohem Proteingehalt für Muskelaufbau sorgt.

Wichtig sind außerdem Grassamen, die kalorienarm sind und den Vögeln ein Sättigungsgefühl geben. Nur ein geringer Anteil von ca. 5% sollte aus fettreichen Ölsaaten wie Hanf oder Leinsamen bestehen, um Übergewicht zu vermeiden.

Zusätzlich sorgen einige Wildsamen und Kräuteranteile für mehr Abwechslung und fördern die Gesundheit.

Generell gilt

Die Körner sollten frisch und frei von Schimmel sein, und das Futter möglichst täglich frisch angeboten werden. Täglich frisches Wasser, Grünfutter und gelegentlich Obst ergänzen eine artgerechte Ernährung.

Beispielhafte Zusammensetzung

  • 50-60% verschiedene Hirsesorten
  • 20-25% Kanariensaat
  • 15-20% Grassamen
  • 3-5% Ölsaaten (Hanf, Leinsamen)
  • Kleine Mengen Wildsamen und Kräuter

Falls gewünscht, kann die Zusammensetzung je nach Bedarf oder Saison leicht angepasst werden, z. B. mehr Grünfutter während der Mauser oder besonderer Vitalitätsphasen.

„Unsere Mischung“

Unsere Grundfutter ist die Wellensittich Spezial Mischung von der Bird Box. Diese enthält:

  • ca. 54% verschiedene Hirsesorten
  • ca. 8% Kanariensaat
  • ca. 3% Haferkerne
  • ca. 40% Wildsämereien

Daneben erhalten unsere Sittiche auch immer mal wieder z. B. die Leber- und Nierenkur von Mixerama.

Ebenso kann ich auch den Hirse Mix vom Hirseparadies Grüner Pfad sowie weiteres von dort empfehlen.

Hirseparadies Grüner Pfad

Unter dem Namen HirseParadies – auch bekannt als Grüner Pfad in Egloffswinden (bei Ansbach/Mittelfranken) bauen die Familien Heubeck/Schellenberger seit 2003 Vogelfutter in Deutschland an.

Man kann dort diverse Hirsesorten und -mischungen sowie anderes Vogelfutter beziehen.

Während der entsprechenden Zeit (August/September) kann man dort auch halbreife Rispen- und Kolbenhirse kaufen.

Des Weiteren ist auch eine Selbsternte von den diversen Hirsesorten vor Ort möglich. Ich selbst war schon mehrfach dort und habe selbst geerntet.

Anbei Fotos von den Feldern sowie der Ernte.

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