Wildkräuter

Können täglich angeboten werden. Beim Sammeln darauf achten, dass nie von stark belasteten Flächen, Straßenrändern oder Hundegassi-Plätzen gesammelt wird. Vor dem Verfüttern immer gründlich waschen.

  • Breitwegerich
  • Brennnessel (nur junge, frische Blätter)
  • Gänseblümchen
  • Hirtentäschel
  • Klee (Rot- und Weißklee)
  • Löwenzahn (Blätter, Blüten, Stängel)
  • Ringelblume
  • Schafgarbe (in Maßen)
  • Spitzwegerich
  • Vogelknöterich
  • Vogelmiere
  • Wiesensauerampfer (in Maßen, enthält Oxalsäure)
  • Wildgräser (z. B. Wiesenfuchsschwanz, Lieschgras, Glatthafer)

Küchenkräuter

Gut verträglich, können öfters angeboten werden

  • Dill
  • Kamille (auch als Tee für kranke Tiere geeignet)
  • Koriander
  • Petersilie (harntreibend, nur in kleinen Mengen; nicht bei Nierenerkrankungen)

Maximal 1-2x pro Woche wegen der ätherischen Öle

  • Basilikum
  • Oregano
  • Minze / Pfefferminze (in Maßen)
  • Thymian (in Maßen)

Nur gelegentlich und in sehr kleinen Mengen

  • Salbei (starke ätherische Öle)

Obst

Kann regelmäßig 2–3x die Woche gegeben werden

  • Apfel (ohne Kerne)
  • Aprikose (ohne Stein)
  • Birne
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Mango (reif, in kleinen Mengen)
  • Melone (z. B. Wassermelone, Honigmelone)
  • Mirabelle / Zwetschge (ohne Stein, nur reif)
  • Pfirsich / Nektarine (ohne Stein)

Nur gelegentlich (wegen hohem Zucker- und/oder Säuregehalt)

  • Ananas (säurehaltig)
  • Banane (sehr energiereich, Weichobst – Vorsicht, kann Nasenlöcher verkleben)
  • Feige (frisch, nicht getrocknet)
  • Granatapfel
  • Kirsche (ohne Stein, hoher Fruchtzuckergehalt → kann Durchfall verursachen)
  • Kiwi
  • Mandarine / Orange (milde Sorten, Häutchen entfernen)
  • Papaya
  • Pflaumen (schwer verdaulich, nur reif und in sehr kleinen Mengen)
  • Sharon / Kaki (nur vollreif, sehr selten)
  • Trauben (kernlos oder entkernt)

Gemüse

Täglich möglich

  • Aubergine (reif, ohne grüne Teile)
  • Blattsalate (Feldsalat, Rucola, diverse Bio-Salate)
  • Brokkoli, Blumenkohl
  • Chicorée (kein Kohl, sondern Korbblütler – gut verträglich)
  • Gurke (Salat- oder Schlangengurke)
  • Karotte / Möhre (groß beliebt, geraspelt oder klein)
  • Kohlrabi (roh, geschält)
  • Möhrengrün (nur wenn ungespritzt)
  • Paprika (je nach Sittich werden ggf. rote, grüne oder gelbe bevorzugt)
  • Rettich
  • Zucchini

Nur gelegentlich (in Maßen geben)

  • Chinakohl (botanisch ein Kohlgemüse, aber verträglicher als andere Kohlsorten)
  • Fenchel (enthält Anisöl – bei zu häufiger Gabe verdauungsbelastend)
  • Kürbis (Hokkaido o.ä.)
  • Mais (nur junge, milchige Körner, roh)
  • Radieschen (klein, nur zusätzlich)
  • Rote Beete (kleine Mengen)
  • Sellerie (Stangensellerie, geringer Nährwert)
  • Spinat (junge, frische Blätter, nicht zu viel wegen Oxalaten)

Januar/Februar/März – Gesundheit im Fokus

Im Januar, Februar und März lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Gesundheit“. In diesem Zuge wurde auch eine kleinere Umstrukturierung vorgenommen:

  • Die bisherige Kategorie „Anschaffung“ wurde in „Anschaffung & Vermittlung“ umbenannt.
  • In den Kategorien „Ernährung“ und „Haltung“ wurden weitere Unterkategorien eingerichtet (teilweise noch ohne Inhalte, diese folgen).
  • Neu hinzugekommen ist die Kategorie „Tierschutz“, in die auch die Unterkategorie „Einzelhaltung“ verschoben wurde.
  • Die Kategorie „Diverses“ wurde aufgelöst; ihre Beiträge sind nun den thematisch passenden Bereichen zugeordnet.

Gleichzeitig wurden innerhalb der Kategorie „Gesundheit“ mehrere neue Unterkategorien ergänzt, in denen Beiträge zu häufigen Erkrankungen veröffentlicht wurden.

Mit der Kategorie „Gesundheit“ haben wir die Basis geschaffen und Inhalte zu häufigen Erkrankungen systematisch aufbereitet. Aufbauend darauf richtet sich der Blick nun auf das nächste zentrale Thema: „Ernährung“.

PBFD und APV – Was bei positivem Befund zu tun ist

Ein positiver Befund auf Cirkoviren (PBFD) und Polyomaviren (APV) ist für Halter und Vermittler immer ein wichtiger Moment. Ab diesem Punkt geht es vor allem darum, den betroffenen Vogel verantwortungsvoll zu schützen und eine mögliche Weiterverbreitung der Erreger zu vermeiden.

Was nach dem Befund wichtig ist

Wird ein Vogel positiv auf PBFD oder APV getestet, sollte er nicht in einen gesunden Bestand aufgenommen werden. Stattdessen braucht es eine Haltung, die auf Trennung, Sicherheit und Rücksichtnahme ausgerichtet ist. So wird verhindert, dass gesunde Vögel unnötig gefährdet werden.

Keine Aufnahme in gesunde Bestände

Ein positiver Befund bedeutet, dass der Vogel nicht einfach zu bestehenden gesunden Sittichen gesetzt werden sollte. Auch wenn der Vogel äußerlich unauffällig wirkt, kann ein Übertragungsrisiko bestehen. Besonders bei Neuaufnahmen und Abgabevögeln ist deshalb eine klare Entscheidung nötig.

Unterbringung in einem betroffenen Schwarm

Wenn bereits ein infizierter Bestand vorhanden ist, kann die Unterbringung in einem bestehenden betroffenen Schwarm sinnvoll sein. Das ist oft die tierschutzgerechtere Lösung als eine vollständige Isolation von Artgenossen. Entscheidend ist dabei immer, dass die Tiere nicht mit gesunden Beständen in Kontakt kommen.

Hygiene und getrennte Haltung

Im Alltag sind konsequente Hygienemaßnahmen wichtig. Dazu gehören getrennte Näpfe, getrennte Reinigungsutensilien und nach Möglichkeit auch getrennte Kleidung bei der Versorgung. So lassen sich indirekte Übertragungswege möglichst gut unterbrechen.

Vermittlung mit Verantwortung

Eine Vermittlung betroffener Tiere sollte nur erfolgen, wenn die neuen Halter vollständig aufgeklärt sind und die Bedingungen für eine getrennte Haltung sicher erfüllen können. Ehrlichkeit und Transparenz sind hier unverzichtbar. Nur so lässt sich verhindern, dass infizierte Tiere unbewusst in gesunde Bestände gelangen.

Anzeichen einer Erkrankung

Sittiche sind von Natur aus Fluchttiere und verbergen Krankheiten instinktiv so lange wie möglich. Wenn ein Sittich Krankheitszeichen zeigt, ist er oft bereits ernsthaft erkrankt – schnelles Handeln ist dann wichtig.

Allgemeine Warnsignale

  • aufgeplustertes Gefieder, auch außerhalb der Schlafzeit
  • Apathie, Teilnahmslosigkeit, gesenkter Kopf
  • reduzierte oder fehlende Futteraufnahme
  • veränderter oder fehlender Kotabsatz
  • Gewichtsverlust (regelmäßiges Wiegen empfehlenswert)
  • geschwollene Augen oder Nasenausfluss

Atemwege

  • Schwanzwippen beim Atmen
  • hörbare Atemgeräusche, Keuchen, Schnarchen
  • offener Schnabel in Ruhe

Gefieder und Haut

  • Federrupfen oder -fressen
  • fehlende, deformierte oder stumpfe Federn außerhalb der Mauser
  • Verfärbungen oder Schwellungen der Haut

Verdauung

  • Durchfall oder ungewöhnlich weicher Kot
  • verfärbter Kot (grün, schwarz, blutig)
  • aufgeblähter Bauch

Verhalten

  • plötzliche Aggressivität oder umgekehrt ungewöhnliche Zutraulichkeit
  • Desorientiertheit, Gleichgewichtsprobleme, Krampfanfälle
  • Rückzug von Artgenossen

Was tun?

Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen – nicht abwarten!

„Megabakterien“

Macrorhabdus ornithogaster – früher fälschlicherweise als „Megabakterium“ bezeichnet – ist kein Bakterium, sondern ein Hefepilz, der den Magen-Darm-Trakt befällt. Besonders häufig betroffen sind Wellensittiche, aber auch andere Kleinsittiche können erkranken.

Ansteckung

  • Übertragung über Kot und kontaminiertes Futter oder Wasser.
  • Häufig bereits bei Jungtieren durch die Eltern übertragen.
  • Stress kann zum Ausbruch einer latenten Infektion führen.
  • Der Erreger ist weit verbreitet – viele Vögel sind Träger ohne zu erkranken.

Typische Symptome

  • Gewichtsverlust trotz normaler oder erhöhter Futteraufnahme.
  • Unverdaute Körner im Kot – ein typisches und häufiges Warnsignal.
  • Erbrechen oder Würgen.
  • Aufgeplustertes Gefieder, Apathie.
  • Geschwollener Bauch bei starkem Befall.
  • Der Verlauf kann chronisch über Monate gehen, bevor eindeutige Symptome auftreten.

Diagnose

  • Nachweis durch Kotuntersuchung oder Magenspülung beim vogelkundigen Tierarzt.
  • Da die Symptome unspezifisch sind, wird Megabakteriose oft erst spät erkannt – bei Verdacht frühzeitig zum Tierarzt.

Behandlung und Prognose

  • Behandlung mit Amphotericin B nach tierärztlicher Anweisung.
  • Eine vollständige Heilung ist nicht immer möglich – chronische Verläufe sind häufig.
  • Frühzeitige Diagnose verbessert die Prognose deutlich.
  • Alle Vögel im Bestand sollten untersucht werden.
  • Stressreduktion unterstützt die Behandlung.

Vorsorge

  • Eingangsuntersuchung mit Kotuntersuchung bei Neuzugängen und Quarantäne.
  • Stressreduktion, da Stress den Ausbruch begünstigt.
  • Keine Zucht mit infizierten Tieren!

Federlinge

Federlinge sind dauerhafte Bewohner des Gefieders und ernähren sich von Federsubstanz und Hautschuppen.

Ansteckung

  • Ausschließlich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren.
  • Häufig bereits bei Jungtieren durch die Eltern übertragen.
  • Federlinge können außerhalb des Wirts nicht lange überleben.

Typische Symptome

  • Stumpfes, zerzaustes Gefieder außerhalb der Mauser.
  • Häufiges Kratzen und übermäßiges Putzen.
  • Beschädigte oder angenagten Federn bei genauer Inspektion.
  • Sichtbare kleine Insekten bei Durchsicht des Gefieders.

Diagnose

  • Nachweis durch genaue Inspektion des Gefieders, ggf. mit Lupe.
  • Bestätigung durch vogelkundigen Tierarzt.

Behandlung und Prognose

  • Behandlung mit geeigneten Antiparasitika nach tierärztlicher Anweisung.
  • Bei rechtzeitiger Behandlung gut therapierbar.
  • Alle Vögel im Bestand sollten untersucht und ggf. behandelt werden.

Vorsorge

  • Eingangsuntersuchung bei Neuzugängen und Quarantäne.
  • Regelmäßige Sichtkontrollen des Gefieders.
  • Keine Zucht mit befallenen Tieren!

Räudemilben

Räudemilben (Knemidocoptes) graben sich in Haut und Gewebe ein und verursachen die sogenannte Räude. Besonders häufig betroffen sind Wellensittiche und Nymphensittiche.

Ansteckung

  • Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren.
  • Häufig bereits bei Jungtieren durch die Eltern übertragen.
  • Räudemilben können kurzzeitig auch ohne Wirt überleben.

Typische Symptome

  • Krustiger, schwammiger Belag an Wachshaut, Schnabel, Beinen und Füßen.
  • Typisches „Bienenwaben“-Muster an betroffenen Stellen.
  • In fortgeschrittenen Fällen Schnabelverformungen.
  • Betroffene Vögel kratzen sich häufig.

Diagnose

  • Diagnose meist bereits durch das typische Erscheinungsbild möglich.
  • Bestätigung durch vogelkundigen Tierarzt, ggf. Hautgeschabsel.

Behandlung und Prognose

  • Behandlung mit Ivermectin nach tierärztlicher Anweisung.
  • Bei früher Behandlung gute Heilungschancen.
  • Fortgeschrittene Schnabelverformungen sind jedoch irreversibel – frühzeitiges Handeln ist daher wichtig.
  • Alle Vögel im Bestand sollten untersucht werden.

Vorsorge

  • Eingangsuntersuchung bei Neuzugängen und Quarantäne.
  • Regelmäßige Sichtkontrollen von Wachshaut, Schnabel, Beinen und Füßen.
  • Keine Zucht mit befallenen Tieren!
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